Ärztlich assistierter Suizid und organisierte Sterbehilfe by Kallia Gavela (auth.)

By Kallia Gavela (auth.)

Das deutsche Strafgesetzbuch kennt keinen Sondertatbestand der Suizidbeteiligung. Rechtliche Konstruktionen und Wertungen insbesondere höchstrichterlicher Herkunft füllen diese Lücke. Die sich daraus vor allem für behandelnde Ärzte ergebenden Probleme drängen sich bei unheilbar kranken, dem Tode geweihten Patienten geradezu auf. Das Werk behandelt diese Fragen im Spannungsverhältnis von Strafrecht, Medizinrecht und Ethik. Die Autorin zeigt die Grenzen auf, innerhalb derer die ärztliche Beteiligung am Patientensuizid rechtlich zulässig und ethisch vertretbar ist. Die Arbeit behandelt außerdem die Probleme, die aus der Einführung einer strafrechtlichen Regelung gegen „suspekte“ organisierte Suizidhilfeangebote erwachsen, deckt Defizite der jüngst vorgeschlagenen Lösungsansätze auf und gibt Anstöße für Wissenschaft, Praxis und Kriminalpolitik. Ein Blick auf ausländische Rechtsordnungen, Entscheidungen und Tendenzen rundet das Bild ab.

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Der Äußerungsfähigkeit des Leidenden6 vorausgesetzt wird, ist umstritten. Die oben erwähnte Definition besagt dazu jedenfalls nichts. II. Suizid Unter „Suizid“ (Wortschöpfung aus dem lateinischen suicidium von sua manu caedere = mit eigener Hand fällen; früher „Selbstentleibung“), auch Selbsttötung genannt, wird ein unnatürlicher Tod verstanden, der auf ein bewusstes Eingreifen des Getöteten in den eigenen Lebensprozess zurückzuführen ist7 . Per definitionem nicht erfasst sind die fahrlässige Herbeiführung des eigenen Todes sowie das Führen einer riskanten Lebensweise8 .

A. ), Beihilfe zum Suizid in der Schweiz, 85 (86). 14 Ebd. 15 Petermann, AJP/PJA 2004, 1111 (1113). 16 Stoecker, Vorgänge Nr. 175 (Heft 3/2006), 4. 17 So Paterson, Assisted Suicide and Euthanasia, S. 9. B. Thematische Begriffsklärung 5 Heilberufen verstanden, die mit der Absicht erfolgt, einer Person auf deren freiwilliges Verlangen hin die eigenständige Selbsttötung zu ermöglichen, indem in der Regel eine Medikation verschrieben bzw. zur Selbstverabreichung bereitgestellt wird18 . Noch uneinheitlich sind die Ausdrücke, mit denen die organisierte Suizidbeihilfe belegt wird.

Tatbestandslosigkeit des Suizids 9 eigenständige Bestimmung mehr über die Bestrafung des Suizid(versuch)s8 . Ob der damalige Gesetzgeber den Suizid dennoch als Tötungsdelikt hätte erfassen wollen, woraus sich ein historisches Argument für die Tatbestandsmäßigkeit der Selbsttötung nach heutigem Recht eventuell ableiten ließe9 , gilt es nun, hier zu prüfen. Die Formulierung der heutigen Tötungsdelikte stimmt mit denen des PrStGB teils wörtlich überein. So bestimmte das Strafgesetzbuch für die Preußischen Staaten10 : § 175 (1) Wer vorsätzlich und mit Ueberlegung einen Menschen tödtet, begeht einen Mord, und wird mit dem Tode bestraft.

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