Allein unter Frauen: Der berufliche Habitus männlicher by Robert Baar

By Robert Baar

Männliche Grundschullehrer arbeiten in einem feminisierten Berufsfeld. In der öffentlichen Diskussion um das schulische Versagen von Jungen erscheinen sie nicht selten als Hoffnungsträger. Zu Recht? Der vorliegende Band stellt die Ergebnisse einer qualitativen Studie zum beruflichen Habitus männlicher Grundschullehrer vor: Das professionelle Handeln der Lehrer bewegt sich im Spannungsverhältnis von Reflexion und innerer Emigration. Der Autor arbeitet den Zusammenhang jener Handlungsorientierungen und der entsprechenden Männlichkeitskonstruktionen heraus – und diskutiert vor diesem Hintergrund die Frage, ob Männer in der Grundschule die an sie gerichteten Erwartungen erfüllen können, neu.

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Diese Daten werden aber nicht ausgewertet, sondern bleiben als freie Erzählungen und Selbstreflexionen stehen (vgl. Schildmann 2006: 17). 4 Männerforschung und Schulpädagogik: Aktueller Forschungsstand 53 gewissermaßen als ‚dooropener‘ zu pflegenden und betreuenden Tätigkeiten, die traditionell als ‚weiblich‘ angesehen werden. Da längst nicht alle jungen Männer Zivildienst leisten bzw. alle Zivildienstleistenden sich dann auch für einen sozialen Beruf entscheiden, gilt es, so Tremel und Möller, dass jungen Männern auf andere Weise Erfahrungen ermöglicht werden müssen, die den Abbau hegemoniale Männlichkeitskonstrukte sowie anderer Geschlechterstereotypen ermöglichen und Potentiale für alternative Männlichkeiten freisetzen.

Forster/RiegerLadich 2004: 273). Jungenarbeit und Jungenforschung In der aktuellen Jungenarbeit bildet sich ein breites, teilweise komplementäres Themenspektrum ab: Zum einen wird die Täter-Opfer-Debatte mit den Aspekten Gewalt, Sexismus, aber auch Homophobie neu geführt, zum anderen treten Fragen nach der Sozialisation, Identität und Bildung von Jungen in den Vordergrund. Fragen nach der Feminisierung des Bildungs- und Erziehungssektors, nach ‚fehlenden‘ und ‚neuen‘ Vätern, generell nach den Möglichkeiten von Jungenarbeit an Schulen finden hier Aufmerksamkeit.

Stattdessen schaffen sie als „Mittäter“ (Carrigan/Connell/Lee 1996: 62) Allianzen und Männerbünde, mit Hilfe derer sie sich strategisch die Vorteile sichern können, die ihnen die Dominanz des hegemonialen Handlungsmusters verschafft. Tatsächlich ist es gerade diese komplizenhafte Männlichkeit, die die Ordnung der Geschlechter wesentlich stützt (vgl. Budde/Faulstich-Wieland 2005: 39). Auf der anderen Seite steht die untergeordnete Männlichkeit. Connell sieht vor allem homosexuelle Männer „durch eine Reihe recht handfester Praktiken“44 (Connell 2000a: 99) heterosexueller Männer in diese Form der Männlichkeit gedrängt.

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